Jugendliche sprechen bei „City Impulsen“ über Image der Stadt

Für die dritte Ausgabe der City Impulse hat die Delmenhorster Wirtschaftsförderungsgesellschaft besondere Gäste eingeladen: Mit Vertretern des Kinder- und Jugendparlaments wurde über das Image und die Zukunft der Stadt gesprochen.

In außergewöhnlicher Kulisse haben sich die Teilnehmer der 3. City Impulse im August getroffen – in der Langen Straße 85, dem aktuellen Leerstand des ehemaligen Herrenausstatters Reinhold. Hier drehte sich an diesem Abend alles um das Thema Image und Marke Delmenhorst. Das Besondere: Fünf Mitglieder des Kinder- und Jugendparlaments Delmenhorst waren mit dabei, um ihre Perspektive einzubringen und Fragen aus der Sicht der jungen Generation zu beantworten.

Zu Beginn führte Citymanagerin Nicole Halves-Volmer die Anwesenden kurz in die Ergebnisse aus dem Standortmarketing-Prozess ein. Darunter  zum einen die oft verhältnismäßig negative Darstellung der Stadt durch die Medien aber auch durch die Delmenhorster selbst, die einer positiven Meinung vieler Bürger zu widersprechen scheint und zum anderen das außerhalb Delmenhorsts häufig vorhandene Meinungs- beziehungsweise Wissensvakuum über die Stadt. „Das müssen wir positiv füllen, denn hier gibt es so viele Gutes, das müssen alle Bürger häufiger kommunizieren“, stellte die Citymanagerin abschließend fest.

Austausch zwischen Jugend, Händlern, Politikern und Bürgern

Anschließend wurde in entspannter Atmosphäre aktiv über die Themen des Abends diskutiert. Die Händler aber auch anwesende Politiker und Bürger stellten Fragen an die jungen Leute, die diese sehr offen und reflektiert beantworteten. Dabei kristallisierten sich drei Fragestellungen heraus:

  • Social Media, Online-Shopping – wie kauft ihr eigentlich ein, wie sucht ihr und wo findet ihr?
  • Wie nutzt ihr die Stadt, wo trefft ihr euch, was mögt ihr und was fehlt euch?
  • Wie ist eigentlich das Image der Stadt in euren Augen?

Das Ergebnis: Gesucht wird vor allem online, besonders nach Marken oder spezifischen Produkten wobei dann aber auch gerne lokal gekauft wird. Das aber vor allem dann, wenn die Produkte vorher online in der Gegend gefunden werden konnten. Bremen und Oldenburg sind für die Jugendlichen in der Regel schon zu weit weg: „Da bestell ich mir das dann doch eher online, wenn ich es hier vor Ort nicht bekomme“, lautete an dieser Stelle die ehrliche Antwort.

Freies WLAN als Argument für Aufenthaltsqualität

Die Innenstadt nutzen die Jugendlichen gerne, treffen sich vor allem am Marktplatz: „Da kann man sitzen, es ist schön und vor allem gibt es WLAN.“ Neben WLAN ist den jungen Leuten vor allem das Erlebnis wichtig: Entspannt bummeln und schauen, ausprobieren. Aber auch Gastronomie und Shops mit Besonderem, mit Unikaten und modernen Marken. Bei der Frage „was fehlt?“ wurden dann auch vor allem diese Punkte bemängelt und ergänzt: „Richtig schade ist, dass es hier überhaupt keine Disco mehr gibt, da muss man jetzt immer woanders hinfahren und seitdem sind viele auch immer häufiger am Bahnhof oder auf Spielplätzen und trinken dort“, erzählt einer der Jugendlichen.

Eine wichtige Erkenntnis des Abends: Die Stadt muss attraktiver werden für Menschen zwischen 18 und 30 Jahren – oder anders: Zwischen Schulabschluss und Familiengründung. Gerade diese Gruppe fehlt, verlässt für Ausbildung oder Studium die Stadt, wie auch einige der älteren Teilnehmer des Abends sich an ihr Verlassen und die Rückkehr erinnern. Allerdings: Die Jugendlichen sind der Stadt gegenüber viel positiver gestimmt, als viele der Anwesenden an diesem Abend vielleicht vermutet hätten.

Foto: In einem großen Stuhlkreis diskutierten Einzelhändler, Vertreter der Politik und interessierte Bürger gemeinsam mit Vertretern des Delmenhorster Kinder- und Jugendparlaments über ihre Sicht auf das Image der Stadt und das Shoppingverhalten in der Innenstadt. Foto: Jennifer Burdorf